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Was ist Aquascaping?

Aquascaping Iwagumi Die hohe Kunst der facettenreichen Gestaltung ästhetischer Unterwasserlandschaften

Der in Europa noch recht junge und an Beliebtheit stets zunehmende Trend des Aquascaping wird aus dem englischen Begriff Landscape abgeleitet und bedeutet übersetzt so viel wie Aquarienlandschaft oder Unterwasserlandschaft. Hinter diesem einfachen Begriff, der fälschlicherweise mit dem Begriff "Aquaristik" verallgemeinert wird, verbirgt sich jedoch weitaus mehr, als die klassische Einrichtung eines Aquariums.

Im Gegensatz zur klassischen Aquaristik stellt das Aquascaping eine moderne Form der Pflanzenaquaristik dar, die insbesondere durch den japanischen Naturfotografen und Aquariendesigner Takashi Amano geprägt und revolutioniert wurde. Aufgrund der vielfachen, atemberaubenden Naturaquarien erlangte Amano durch diese "Kunstform der Aquaristik" in international renommierten Ruf und gilt seit je her als Pionier und Begründer des Aquascaping.

Was unterscheidet Aquascaping von der herkömmlichen Aquaristik?

Im Gegensatz zur klassischen Aquariengestaltung bzw. Aquarieneinrichtung wird beim Aquascaping insbesondere auf gestalterische Elemente der Natur zurückgegriffen. Auch abgewandelte Formen der japanischen Gartengestaltung finden in manchem Aquascaping Layout eine entsprechende Berücksichtigung und sind meist das Ergebnis eines im Vorfeld wohlüberlegten Konzeptes.

Als Vorbilder dienen dabei Szenerien unterschiedlicher, landschaftlicher Gegebenheiten, die zumeist über der Wasseroberfläche zu finden sind. Der Facettenreichtum unserer Natur bietet hierbei die wohl schönsten Vorlagen für ein individuelles Aquascaping Layout, weshalb es Amano damals wie heute zu schätzen wusste, sich von Mutter Natur in Bezug auf seine Arrangements inspirieren zu lassen. Nicht zuletzt deshalb sind es meist jene Aquascaping Vorlagen, die aufwendig und mühevoll, ja fast schon detailverliebt im Aquarium nachempfunden werden und den Aquascaper zum Künstler werden lassen.

Großes Potential erkennt der Aquascaper vor allem bei ausgiebigen Spaziergängen oder Wanderungen, bei denen dicht bewaldete Hügelketten, schroffe Schluchten oder malerische Flusslandschaften Impressionen darstellen, die förmlich eingesogen werden. Diese Vorlage nimmt der Aquascaper mit nach Hause, wo er vor dem inneren Auge den Pinsel der Impression in die Farbpalette der Kreativität eintaucht, wodurch das Aquascaping Konzept an Fahrt aufnimmt.

Neben inspirativen Eindrücken aus der Natur können auch einschlägige Bildbände als Vorlage dienen. Hierbei sollte an erster Stelle der Begründer des Aquascaping Takashi Amano selbst genannt werden, der in zahlreichen Veröffentlichungen eine Vielzahl mitreißender "Kunstwerke" präsentiert die durch Gestaltung, Harmonie und Ästhetik geprägt sind.

Die Erschaffung atemberaubender Unterwasserlandschaften - Bodengrund und "Hardscape" als Gestaltungselemente beim Aquascaping

Insbesondere in Bezug auf die Gestaltungselemente hebt sich ein modernes Aquascape vom klassischen Aquarium explizit durch den - teils großzügigen - Einsatz harter, dekorativer Materialien (sog. Hardscape) ab. Hierzu zählen insbesondere Wurzeln (Drift Wood) und entsprechende Steine. In herkömmlichen Pflanzenaquarien liegt der Hauptakzent in erster Linie auf den Pflanzen, die zumeist in "aufgeräumter" Anordnung einem strukturierten Garten ähneln. Beim Aquascaping hingegen wird dieser Akzent - anders als im Pflanzenaquarium - insbesondere durch den gezielten Hardscape-Einsatz gesetzt, der die Aufmerksamkeit seiner Betrachter gewollt und dadurch auch gekonnt auf sich zieht.

Teils chaotisch, teils willkürlich wird im Naturaquarium (Aquascape) fast schon nach einer architektonischen Struktur gearbeitet. Die dabei oft im Vorfeld akribisch genau geplante Anordnung der Gestaltungselemente richtet sich nicht selten nach dem Vorbild des "Wabi-Sabi " (Konzept der Wahrnehmung durch Schönheit). Dieses durch Takashi Amano adaptierte Konzept der japanischen Ästhetik findet seither eine vielfache Anwendung in der Planung und Realisierung eines Naturaquariums.

Eine sekundäre und dennoch zentrale Rolle spielt zudem die Auswahl der Pflanzen in Abstimmung mit dem Hardscape, sodass hier von gezielten Arrangements gesprochen werden kann. In der Naturaquaristik (beim Aquascaping) kommt es mitunter auch nicht selten vor, dass nur eine einzige Pflanzenart Verwendung in einem Layout findet, das gerade dadurch harmonisch und ansprechend wirken kann. Vor allem bei sogenannten Iwagumi-Layouts (Steinformationen) werden zumeist nicht mehr als drei Pflanzenarten verwendet.

Der gezielte Einsatz von Moosen - die kunstvoll auf Steine oder Wurzeln aufgebunden werden - erfreut sich vor allem beim Aquascaping an Beliebtheit. Gerade hierdurch können extravagante Layouts oder gar kleine "Bäume" (durch Wurzeln) geschaffen und realisiert werden. Christmas-Moos (Vesicularia montagnei) beispielsweise eignet sich aufgrund seiner filigranen Triebe, die an Tannenzweige erinnern und somit zur Namensgebung des Weihnachtsbaummooses beigetragen haben, hervorragend bei der Umsetzung von Layouts, die ein bewaldetes Gebirge darstellen sollen. Auch zwischen den Spalten verschiedener Steine (Mini-Landschaft, Seegebirge, Seiryu, Mantenstein oder andere) lässt sich das Moos wundebar implementieren und erinnert dabei an Vorlagen aus der Natur, wie beispielsweise an Gebirgsketten oder zerklüftete Hügellandschaften.

Tiefenwirkung, Fokuspunkte, Dynamik - Aquascaping Aufbau

Harmonie und Ausgeglichenheit spielen in der Naturaquaristik eine zentrale Rolle. Der Goldene Schnitt beispielsweise findet vielfache Anwendung bei der Gestaltung von Iwagumi Layouts.
Der "strategische" Einsatz des Bodengrundes / Soils erlaubt dabei die Umsetzung konturreicher Substratanstiege, die den Effekt der Tiefenwirkung unterstreichen. Die Bepflanzung mit meist niedrig bleibenden Bodendeckern wie Hemianthus callitrichoides cuba, Eleocharus acicularis oder Glossostigma elatinoides - allesamt bei Aquascapern beliebte Aquarienpflanzen - kann dabei einen sowohl flüssigen wie auch harmonischen Eindruck von Ausgeglichenheit und Dynamik entstehen lassen, wodurch ein "lebendiges Kunstwerk" geschaffen werden kann. Bei genauerer Betrachtung solcher Layouts wird nicht selten ein Gefühl von Bewegung und Harmonie vermittelt, das wir insbesondere von weitläufigen Hügeln und Tälern her kennen.

Aquascaping - Harmonie unter Wasser

Der Begriff "High-End-Aquaristik" wird oft im gleichen Atemzug verwendet, wenn es um die technischen Raffinessen in der Naturaquaristik geht, die in ihrer heutigen Form über einen entsprechenden Technikeinsatz nicht umhin kommt. Hochkarätige Beleuchtungseinheiten und präzise Co2-Anlagen bilden dabei nur einen Ausschnitt. Der gekonnte Einsatz von Glaswaren und weiterem hochwertigen Aquaristikzubehör setzt sich in der modernen Naturaquaristik vor allem eines zum Ziel: möglichst viel von der Technik zu verstecken bzw. unsichtbar zu machen, damit das Hauptaugenmerk auf dem Aquascape selbst liegt, statt auf optisch unschönen Technikaccessoires wie Filterauslässe, Thermometer oder farbige Saugnäpfe. Ein lebendiges Kunstwerk erfordert eine Vielzahl kleiner Feinheiten, damit die Gesamtheit aller Dinge insbesondere eines ausstrahlt: Harmonie unter Wasser. Aquascaping: die Trendwende in der Aquaristik.